Mai 2022 / Blog

Instagram launcht Fullscreen Feed Layout – das neue TikTok?

Instagram konkurriert mit TikTok sowohl um User als auch um Creator und das vor allem mit short-term Video Formaten. Jetzt launcht Instagram ein Fullscreen Feed Layout, das sehr an den Aufbau von TikTok erinnert und Instagram Reels noch weiter boosten soll. Werfen Sie gemeinsam mit Kolsquare einen genaueren Blick auf Instagrams jüngste Updates und Monetarisierungsstrategien.

 

Wettbewerbsfähigkeit ist essentiell in dem von Angebot und Nachfrage gesteuerten Markt. Daher müssen Social Media Plattformen ihre Konkurrenten genauestens im Blick haben und analysieren, welche Features User ansprechen. Folglich überrascht es dann nicht, wenn gleiche Tools adaptiert oder ähnliche Features ausprobiert werden. 

TikTok ist mit einer Milliarden aktiver User in 2021 eine der am schnell wachsenden Apps der Welt, die sich vor allem auf die Unterhaltung derer fokussiert. Außerdem kann jede:r, durch die einfache Nutzung, kreativen Content erstellen und mit einer weltweiten Community teilen. Die Self-Service Werbetools des Unternehmens zeigen, dass Marketer dabei potenziell 970.2 Millionen User ab 18 Jahren erreichen können. Doch zurück zu Instagrams Pendant: Reels. 

Instagram Reels Statistiken im Check

Zuerst in Brasilien unter dem Namen “Cenas” getestet, wurde Instagram Reels schließlich am 5. August 2020 in über 50 Ländern weltweit veröffentlicht. Heute kann sich Nike beispielsweise, wie viele andere Marken, durchschnittlich über 4,6 Millionen Klicks pro Reel freuen. Während sich 87% der Genz Z-Nutzer einig sind, dass Instagram Reels im Grunde dasselbe ist wie TikTok, hat der Launch des neuen Features in Indien die Downloads um 11,4% erhöht. Konkret haben sich folglich 800.000 Menschen mehr Instagram auf ihr Handy geholt. 

Besonders attraktiv ist die um 22% erhöhte Beteiligung im Kontrast zu regulären Videoinhalten. Weshalb auch 70% der Marketer ihre Ausgaben für Instagram Reels und allgemein short-term Videos erhöhen wollen. Wie jüngste Daten zeigen hat Khaby Lame mit 268 Millionen Views das meistgesehene Instagram Reel.  

Während der Telefonkonferenz zum ersten Quartal in 2022 gab Meta bekannt, dass Nutzer jetzt 20% ihrer Zeit auf Instagram mit Reels verbringen. Außerdem machen Videos insgesamt 50% der Zeit aus, die Nutzer auf Facebook sind.

Instagrams Fullscreen in der Testphase

Wie schon angekündigt, nähert sich Instagram mit dem jüngsten Test grafisch noch mehr an TikTok an, denn wie TechCrunch berichtet, soll bald ein vertikaler Vollbildmodus auf dem Home-Feed erscheinen. Das immersive Feature fokussiere sich auf der Strategie “bring video more front and forward”, so Instagram Chef Adam Mosseri auf Twitter. Dies scheint bei Meta jetzt generell ein Leitmotiv zu sein. 

Mit diesem neuen Vorstoß wird wieder einmal klar, wie sehr Instagram versucht die Aufmerksamkeit von TikTok (zurück) auf sich zu lenken. Trotzdem bleiben einige Instagram Spezifitäten (erstmal) erhalten: Während Nutzer durch einen bildschirmfüllenden Home Feed scrollen, bleibt die Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand erhalten. Folglich können sie weiterhin auf “Entdecken”, “Reels”, “Shop” und das persönliche Profil wechseln. Ebenfalls erhalten bleiben die Symbole zum Kontowechsel, Erstellen eines Beitrags, Direct Messages und Benachrichtigungen.

Obwohl das Testbild, das Instagram veröffentlicht hat, nicht zeigt, wo in Zukunft die Stories angezeigt werden, versichert ein Instagram Verteter, dass dies nur im Mock-up der Fall sei. Scrolle man über den oberen Rand des Feeds hinaus, so würden die Stories-Symbole verschwinden und User könnten vollständig in den Fullscreen Modus eintauchen. 

Dass Easy-Access zu Stories weiterhin besteht, ist dabei essentiell für Instagram, da das Feature momentan (noch) der größte Geldbringer der App ist. Hier ist die Infrastruktur für Anzeigen, die zwischen dem kreativen Content gezeigt werden, besser ausgebaut. Meta plant gleichzeitig mehr Monetarisierungsmöglichkeiten für Instagram Reels, was wohl aber über mehrere Jahre hinweg entwickelt werden soll. Dazu können Sie gleich noch mehr lesen.

Neue Möglichkeiten der Kennzeichnung und verbessertes Ranking bei Instagram Reels

Generell sind short-form Videos schwieriger zu monetarisieren, da mid- und pre-roll Ads hier kaum möglich sind. Dennoch testet Instagram bereits, welche Optionen Creator in Zukunft haben könnten. 

Alessandro Paluzzi zeigt auf Twitter eine Möglichkeit, wie Overlay-Anzeigen in Reels integriert werden könnten. Das würde Creator eine direkte Monetarisierung ihres Contents durch Anzeigen in ihren Clips erlauben, ohne dass sie großen Aufwand mit Markendeals und Sponsorings betreiben müssen.

Zudem betont Mosseri in seinem Twitter Statement, dass Instagram vor allem originalen Content mit einem neuen Algorithmus belohnen wolle. Er sagt: “If you create something from scratch,“you should get more credit than if you are re-sharing something that you found from someone else. [… We want to] make sure that credit is going to those who deserve it.”

Außerdem testet Instagram jetzt auch eigene Templates für die Bearbeitung von Reels, indem sich Formate von anderen Videos auf der Plattform leihen lassen. Die Funktion scheint an TikToks Template-Tool zu erinnern, wie die Screenshots der Instagram-Creatorinnen zeigen. Der Developer Alessandro Paluzzi twitterte schon im Januar dieses Jahres über eine Variante dieses Features, das er in einer Version des Codes des App entdeckte.

Zwei Beispiele, die von Instagram-Creator geteilt wurden, zeigen, wie der „Template“-Test von Instagram aussieht. Screenshot/@zooeyinthecity; Screenshot/@josephinehillmedia

via Insider

Die Herausforderungen der Monetarisierung von kreativem Content

Die Schwierigkeit der Monetarisierung von short-term Videos bleibt auch für TikTok die größte Herausforderung. Sollte Instagram eine einfache und effiziente Methode finden, könnte die App den chinesischen Giganten im Wettbewerb um User und Nutzer überholen. 

Youtuber und TikToker Hank Green erklärt anschaulich in einem Video, wie die Bezahlmethoden für Kreative zwischen den Apps variieren. Er lobt dabei YouTubes Partnerprogramm, das extrem wirkungsvoll ist, denn ungefähr 50% des Gewinns der Plattform geht an Creator, was wiederum ein riesiger wirtschaftlicher Motor sei. 

TikTok dagegen unterhalte lediglich einen Creator Fund, ein Geldpool sozusagen, der Creator auf bestimmten, von der App monatlich festgelegten Grundlagen wie Views, Engagement oder Watchtime, zur Verfügung gestellt wird. Doch während  TikTok mehr verdient, verdienen Creator weniger. 

Instagram zahle zwar mehr, trotzdem basiere die Bezahlung der Kreativen nicht auf Grundlage des prozentualen Anteils der Einnahmen, sondern auf der Grundlage dessen, was die Leute auf die Plattform lockt. Dies wiederum sei ziemlich intransparent. Green appelliert an Kreativschaffende, statt über Algorithmen über Geld zu sprechen, denn 

Moderation und Monetarisierung seien die echten Probleme der Sozialen Medien. 

Auch Google konkurriert mit TikTok. Durch YouTube Shorts generiert die Plattform laut CEO Sundar Pichai 30 Milliarden Aufrufe pro Tag. Nur einen Tag, nachdem Google bekannt gab, sie würden Anzeigen in YouTube Shorts testen, zog auch Meta-CEO Mark Zuckerberg nach und erklärte in der Telefonkonferenz zum ersten Quartal des Jahres, dass das Unternehmen optimistisch sei, dies in Zukunft zu verbessern.

 

Lesen Sie hier auf dem Kolsquare Blog wie sie das Engagement Ihrer Reels steigern können!