Jun 2022 / Blog / Soziale Netzwerke

Neue Features auf den Sozialen Medien im Juli 2022

Im Juli 2022 gibt es einige Neuigkeiten in der Welt der sozialen Medien: Snapchat führt ein kostenpflichtiges Abonnement ein, Instagram will zukünftig das Alter der User mit KI verifizieren und experimentiert sich mit AR-Stickern in Stories aus, Twitch testet das sogenannte Channel Surfing und Twitter probiert mit Twitter-Notizen die Funktion zum Schreiben langer Texte und geht außerdem eine Partnerschaft mit Shopify ein.

Die digitale Welt ist schnelllebig. Die Tech-Giganten arbeiten daher laufend an neuen Features, die einerseits den Usern ein verbessertes Erlebnis bieten und andererseits ihre eigene Plattform gegenüber den Konkurrenten attraktiver machen. Diese Zusammenstellung zeigt Ihnen die wichtigsten Neuerungen im Juli 2022.

Apps sind big, das bestätigten die Rekordzahlen an Downloads und Verbraucherausgaben in den App-Stores im Jahr 2021. TechCrunch berichtete, dass die globalen Ausgaben für iOS-, Google Play- und Android-App-Stores von Drittanbietern um 19 % auf 170 Milliarden US-Dollar und die Ausgaben für mobile Werbung um 23 % auf 295 Milliarden stiegen. Die App-Downloads stiegen ebenso, wenn auch mit 5 % langsamer und dennoch auf immerhin 230 Milliarden.

Mehr Daten finden Sie in der Studie „State of Mobile 2022″ von Data.ai, die über den Stand der mobilen Kommunikation berichtete und Insights bereitstellt, wie Sie sich als Marke auf die mobile Wirtschaft ausrichten können. 

Doch kommen wir von diesen aufschlussreichen Zahlen zu den Neuigkeiten im Juli 2022: Welche Möglichkeiten bieten die Big Tech für die Marketing Branche zu bieten? 

Kostenpflichtiges Abonnement mit Snapchat Plus

Kreativschaffende wie Marketer sind sich des Problems der Monetarisierung von Content im Internet wohl oft auch schmerzlich bewusst. Genau wie alle Medienhäuser mit Bezahlmodellen und verschiedenen Paywalls experimentieren versuchen auch die sozialen Netzwerke lukrative und effektive Lösungen für ihre User und Creator zu finden. Seit Ende Juni bietet Snap Inc., Muttergesellschaft von Snapchat und Spotlight, auf dem Instant-Messaging-Dienst ein optionales Abonnement an. Snapchat Plus soll Usern exklusive und frühzeitige Funktionen freischalten. 

Senior Vice President of Product Jacob Andreou erklärt The Verge, das Abonnement wäre für “die Nutzer, die am meisten mit ihren engsten Freunden auf Snap kommunizieren.” Damit ist Snapchat Plus der erste Versuch des Unternehmens auch neben Werbung Umsatz und Gewinn zu generieren. Gleichzeitig sind die Erwartungen gering: Plus wird keine „wesentliche neue Einnahmequelle,“ so Andreou.

Für monatlich knapp vier US-dollar bleibt Snapchat Plus wohl eh erstmal ein kosmetisches Upgrade. Freunde können einen “BFF” Pin bekommen, der an den Anfang eines Chatverlaufs geheftet werden kann. Außerdem kann der Stil des App-Symbols angepasst werden. Trotzdem können Ads nicht abgestellt werden.

Wie gesagt experimentieren einige Apps mit den Möglichkeiten eines kostenpflichtiges Abos: Telegram und Twitter führten jeweils Abonnements für Experten ein, während Discord schon lange Geld mit dem optionalen Nitro-Abo macht. 

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Instagram experimentiert mit AR und KI

Herausforderungen der Monetarisierung einerseits, Chancen durch neue Technologien andererseits. Folglich probiert Instagram AR-Elemente für Stories aus. 

Wie der App-Forscher Alessandro Paluzzi am 23. Juni 2022 tweetete können animierte und digitale Objekte in Instagram Stories bald  über den physischen Raum gelegt werden.

Außerdem versucht Meta den NFT Markt, der seit dem September 2021 um 92 % gefallen ist, zu revitalisieren. So erklärt das Unternehmen: “Zum ersten Mal werden Sie in der Lage sein, 2D-NFTs, die Sie besitzen, mit mobiler AR überall anzuzeigen. Und wenn Sie das tun, werden Sie einen völlig neuen Stolz auf diese digitalen Gegenstände empfinden, weil Sie sie an den physischen Orten, an denen Sie sich täglich aufhalten, sehen und teilen können.”

Lesen Sie auf dem Kolsquare Blog mehr zu Metas Plänen bezüglich eines Metaversums: Aufregende neue Möglichkeiten für Vermarkter: Das utopische Versprechen des Metaverse.

Neben diesen eher vergnüglichen Experimenten, kämpft Instagram mit der Verifizierung der Altersgrenze von mindestens 13 Jahren.

Wie das Wall Street Journal in 2021 berichtete, wusste Meta (kurz zuvor noch mit dem Namen Facebook), dass Instagram einen schlechten Einfluss auf Teenager-Mädchen haben kann. Dokumente des Unternehmen zeigten, dass die App die psychische Gesundheit von Teeanger gefährden kann. Laut CNN Business resultiere der jetzige Versuch, das Alter der Nutzer mittels einer Künstlichen Intelligenz (KI) zu überprüfen aus dem ständigen Druck durch die Veröffentlichungen in 2021. Funktionen wie Video-Selfies, Bürgschaften von erwachsenen Freunden oder das temporäre Speichern des Ausweises sollen dem Problem der Altersverifizierung Abhilfe schaffen. 

Bild von Instagram via TechCrunch

Channel Surfing auf Twitch

Durch die Kanäle zappen wie damals auf dem Fernseher kommt wieder. Twitch experimentiert nämlich mit Vorschauen auf verschiedene Streams. So können Nutzer ganz einfach zwischen den Kanälen surfen und demnach mehr Inhalte entdecken. Wie die Sprecherin des Unternehmens Samantha Faught sagt, sei es möglich in einer 60-sekündigen Vorschau einen ersten Eindruck von Streams zu bekommen. Außerdem besteht die Chance, dass Nutzer während ihrer Entdeckungsreise nicht von Werbung gestört werden. 

Doch der Channel Switcher ist nur eines von vielen Updates. Das sogenannte Feature “Guest Star” ermöglicht ein einfacheres Co-hosting oder Hinzufügen von Gästen zu einem Stream. Zudem können Twitch-Nutzer jetzt auch eigenen Tags erstellen. 

Twitter expandiert: Lange Texte und eine Partnerschaft mit Shopify

Twitter macht das schier unmögliche und verdoppelt die Anzahl der möglichen Zeichen von den legendären 140 auf 280. Die Meinungen über diese Änderung sind geteilt. Nutzer können ihre Tweets jetzt also direkt auf Twitter schreiben, formatieren und Medien hinzufügen, als wäre es ein Blogging-Dienst. Außerdem bietet das Unternehmen von nun an einen redaktionellen Newsletter-Service namens Revue an, der es jedem Nutzer ermöglicht einen Newsletter zu veröffentlichen. 

Anscheinend stößt diese Neuigkeit aber nicht nur auf glückliche User. Daisuke Furuta kommentiert für Buzzfeed: “Machen Sie sich Sorgen, in einer Welt zu leben, in der jeder Tweet so lang ist? Dann lassen Sie mich Ihnen einen Rat geben, der aus der Zukunft kommt – oder zumindest von einem Ort, an dem Tweets schon immer so lang waren: Japan. […] Während die neue 280-Zeichen-Option weltweit getestet wird, wird sie nicht auf Chinesisch, Koreanisch oder Japanisch angeboten, weil wir alle schon seit dem ersten Tag in der Zukunft der langen Tweets leben. Keine Sorge – hier in der Zukunft der langen Tweets ist alles in Ordnung. Du wirst es lieben, oder zumindest wirst du es nur so sehr hassen, wie du Twitter bereits hasst.”

Zusätzlich will Twitter durch die Zusammenarbeit mit Shopify in den E-Commerce expandieren. Alle Shopify-Händler können ihr Konten verbinden und dann ihren Twitter Shop, ein Shop Spotlight oder ein Location Spotlight aktivieren. Zuvor launchte das Unternehmen schon mobile Storefronts und Livestream-Shopping Events. Wie TechCrunch berichtete, hätten sich die Bestellungen seit der Partnerintegration mit Twitter im ersten Quartal 2022 vervierfacht. 

Bild von ​​Twitter/Shopify via TechCrunch

Trixie Cosmetics Senior Social Media Manager Jessica Stevens sagte: “Der Twitter-Vertriebskanal macht es schneller und einfacher, unsere Kunden dort zu treffen, wo sie sind. Die automatische Synchronisierung wird uns helfen, so viel Zeit zu sparen, und der Vertriebskanal ermöglicht es mir, die beiden Plattformen, die wir bereits nutzen, um Produkte zu verkaufen und mit Kunden in Kontakt zu treten, einfach zu verbinden.” 

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