Gepostet am
23/8/2022

Wie geht Influencer-Marketing auf BeReal?

Das Anti-Instagram der Stunde ist gerade in aller Munde: Die App BeReal ist mit 315% User*innen-Wachstum bis zum April in 2022 das Sternchen am Social Media Himmel. Dabei verspricht BeReal mehr Authentizität, ein Konzept das vor allem für Influencer-Marketing ein Versprechen und auch Motivation für Kooperationen ist. Doch was kann die App wirklich? Und lohnt sich BeReal für eine Influencer-Marketing Kampagne?

fünf junge Studierende beim Brainstorming rund um Blätter und Skizzen

Grundgedanke der sozialen Netzwerke war früher ganz allgemein die Möglichkeit, sich mit Freunden zu verbinden, Erlebnisse in Form von digitalen Erinnerungen zu teilen und das Netzwerk zu erweitern. Doch während die Apps selbst immer gewinnorientierter arbeiten und sich deshalb hauptsächlich auf Creator*innen und Ads konzentrieren, steigt der Wunsch nach mehr Authentizität beim Otto Normalverbraucher. Polierter Content und Einblicke in ein vermeintlich perfektes Leben – das vermittelt nicht nur falsche Erwartungen, sondern frustriert viele User*innen. Auch Alexis Barreyat war genervt und entwickelte so 2019 seine App BeReal. Erst gute zwei Jahre später gehen die Downloads der App durch die Decke. Laut data.ai wurde die App im ersten Quartal des Jahres weltweit 3,3 Millionen Mal heruntergeladen.

Lesen Sie auch auf dem Kolsquare Blog: Wie social ist Social Media wirklich? Diese Frage kam zuletzt mit der Protestaktion “Make Instagram Instagram Again” wieder ins Gespräch. Die zu Meta gehörenden App wurde kritisiert, mehr als je zuvor nur auf die Bedürfnisse der Influencer*innen und Creator*innen zu achten und den ursprünglichen Gedanken, das Teilen von Fotos mit Freund*innen, zu vernachlässigen.

Was ist BeReal?

Die von den Franzosen Alexis Barreyat und Kévin Perreau entwickelte App verspricht also eine Ästhetik ohne Filter und das Teilen von authentische Momente mit Freunden. Jeden Tag, genau einmal und zu einem  willkürlichen Zeitpunkt bekommen Nutzer*innen eine Push-Benachrichtigung und müssen daraufhin innerhalb von zwei Minuten ihr Jetzt mit ihren Freunden teilen.

Der Clou ist, dass BeReal als erstes die Dualkamera benutzt und während User*innen ihren Moment festhalten, macht die App gleichzeitig ein Selfie, dass vor dem Absenden des Fotos nicht gezeigt wird. Nur wer postet, was er oder sie gerade macht, sieht das Selfie und auch, was die Freunde heute so getrieben haben.

Auf BeReal gibt es ebenfalls die Möglichkeit, sein Profil auf öffentlich zu stellen und Inhalte anderer Menschen in der Umgebung zu entdecken. Öffentlich oder privat, Nutzer*innen können die Fotos selbstverständlich auch kommentieren. Auch hier gibt es eine Besonderheit: BeReal nutzt “Realmojis”, statt Emojis kann man also mit persönlichen RealMojis vom eigenen Gesicht reagieen.

Influencer-Marketing auf BeReal: So geht’s

BeReal wurde nicht für Creator*innen und Businesses designt. Deshalb spitzt Net Influencer zu: “Wenn du ein Influencer werden willst, kannst du auf TikTok und Instagram bleiben.” Doch wenn Accounts schon viele Follower*innen auf TikTok, Instagram und Co haben, können sie BeReal durchaus nutzen, um ihr Publikum zu erweitern und auf eine neue Weise mit diesem zu interagieren. Da sich die Zielgruppenvon BeReal und TikTok, hauptsächlich GenZ,  überschneiden, können Influencer*innen BeReal nutzen, um ihre Reichweite zu steigern.

Ryan Stern, Gründer und Geschäftsführer der in San Francisco ansässigen Agentur Collectively für  Social Media Content, warnt auf der Website The Drum: “Wissen über alle Plattformen ist wichtig und kann sehr nützlich sein. Wir werden sehen, wohin sich BeReal entwickelt, doch im Moment ist es noch zu früh, um das zu sagen. […] Bei Communities, die generell zögern, mit Marken auf kommerzielle Weise in Kontakt zu treten, sehe ich [BeReal] nicht als einen App, die ich Marken empfehlen kann. Es gibt andere Orte, an denen diese Beziehungen authentisch zelebriert werden.”

Klar ist, kuratierter Content ist nicht nur fehl am Platz auf BeReal, sondern auch kaum umzusetzen, denn sollten Creator*innen länger als zwei Minuten brauchen, markiert die App das Foto mit einem “Late”. Außerdem rät die App explizit davon ab, Produkte zu pushen oder zu bewerben.

Stattdessen eignet sich BeReal besonders für das, was Influencer*innen sowieso klassisch attribuiert wird: Authentizität. Ein Blick hinter die Kulissen, in den Büroalltag, zu Fotoshootings und Meetings, Treffen mit Freunden oder einfach nur ein fauler Abend auf der Couch – das ist, was auf BeReal erwartet wird und warum die App auch gerade so großen Erfolg feiert.

Marketer*innen, die sich auf BeReal ausprobieren und ihre Marke dort promoten wollen, sollten also immer im vorgegebenen Zeitfenster posten, um ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren. Außerdem können sie sonst ja auch nicht mit dem Content der anderen interagieren, was gleichzeitig extrem wichtig ist. Erstellen Sie daher viele RealMojis und reagieren Sie damit auf Fotos von Freunden oder Beiträge auf der “Discovery”-Page. Besonders interessant wird es, wenn Sie einzigartigen BeReal Content auf anderen Social Media-Plattformen wie Instagram und TikTok re-sharen.

Ende Juli 2022 sorgte BeReal für Wellen, als ein Fan ihr BeReal Foto auf dem Harry Styles Konzert machen wollte, die App aber genau in dem Moment ihren Dienst verweigerte. Während die eine also verzweifelt auf den “Nimm dein BeReal”-Button hemmerte, filmte die andere, namentlich Cara McManus, den chaotischen Moment und ging daraufhin auf TikTok viral.

BeReal-Beispiele für Influencer Marketing auf BeReal

Aktiv auf BeReal zum Beispiel auch Vogue. Der Reporter Christian Allaire des Fashion Magazins testete die App für eine Woche und schrieb an Tag vier: “Ich frage mich, ob manche Menschen nicht ehrlich zu mir sind und stattdessen eine Fassade aufsetzen. Es ist schwer, diese Gewohnheiten zu ändern, schließlich sind wir alle darauf konditioniert worden, die perfekte Version unseres Lebens in den sozialen Medien zu präsentieren.”

Während er die wenigen Schwachstellen der jungen App entschuldigt und sich auch über den unverfälschten Content freut, lautet sein Fazit wie folgend: “Sicher, die App bringt Spontaneität und Authentizität zurück in die sozialen Medien – aber wäre es nicht am authentischsten, die sozialen Medien einfach nicht zu nutzen? Wenn Sie ‘BeReal’ sein wollen, empfehle ich Ihnen ‘GoOutside’, ‘LeaveYourPhoneBehind’ und ‘TakeAWalk’.”

Die mexikanische Fast Food-Kette Chipotle, bekannt für die Early-Adopter Mentalität, hat sich schon im Frühling dieses Jahres einen Account erstellt. Da es auf BeReal keine Werbung gibt und die Chancen für Sponsoring gering bleiben, müssen Marken kreativer werden und Nutzer*innen vor allem an andere Kanaäle weiterleiten:

Bild via The Drum

Den Promo-Code für das zeitlich begrenzte Angebot postete Chipotle Anfang April 2022. Die ersten 100 Kunden erhielten ein kostenloses Hauptgericht in einer der Chipotle-Filialen. Das ist ein super Beispiel für Marken, wie sie BeReal und sich den Hype zu Nutzen machen können.

Über Kolsquare

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