Ein kreatives Briefing, das Creator wirklich inspiriert
Der richtige Rahmen für starke Ideen, ohne Kreativität auszubremsen.
Der Influencer-Marketing-Markt in Deutschland hat eine neue Phase erreicht. Strukturierter, stärker performancegetrieben und zunehmend in übergreifende Marketingstrategien integriert. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen deutlich. Marken fordern messbare Ergebnisse, Creator agieren strategischer und der Abstand zu reiferen Märkten wie den USA bleibt spürbar.
In diesem Interview teilt Marlon Giglinger, Co-Founder und CEO der Influencer-Marketing-Agentur Netzschreier, seine Einschätzung zur Entwicklung des Marktes, zu den wirklich relevanten Trends jenseits des Hypes und dazu, worauf sich Marken und Agenturen künftig konzentrieren sollten.

Der Influencer-Marketing-Markt in Deutschland ist heute deutlich professioneller als noch vor fünf Jahren. Budgets sind stabil gewachsen und Influencer Marketing ist für viele Marken inzwischen ein fester Bestandteil des Marketing-Mix.
Trotzdem sehe ich weiterhin einen strukturellen Unterschied zu Märkten wie den USA. Dort wird Influencer Marketing stärker strategisch geführt, während es in Deutschland immer häufiger als reiner, taktischer Sales-Funnel betrachtet wird. Diese Erwartungshaltung der Marken ist meiner Meinung nach, neben der deutlich Größeren Anzahl an werberelavanten Influencern im DACH-Markt, die größte Veränderung der letzten Jahre.
Influencer Marketing muss heute mehr leisten als Reichweite und Awareness. Im Fokus stehen Performance, Brand Lift und langfristiger Markenaufbau.
Gleichzeitig professionalisiert sich auch die Creator-Seite. Viele Creator verstehen heute Markenführung, Audience Development und Content-Strategie deutlich besser als noch vor einigen Jahren.
Einige Trends werden aktuell viel diskutiert, aber aus meiner Sicht sind vor allem drei Entwicklungen wirklich relevant.
Brand Safety, Transparenz und Glaubwürdigkeit sind zentrale Erfolgsfaktoren für Influencer-Kampagnen.
Die Performance einer Kooperation hängt stark davon ab, ob eine Community ihrem Creator vertraut. Sobald Creator zu austauschbaren Werbeträgern werden, verliert der Content seine Wirkung.
Marken achten deshalb zurecht zunehmend darauf, ob Kooperationen glaubwürdig zum Creator passen und ob eine Community langfristig aufgebaut wurde.
Viele dieser Faktoren lassen sich zwar nur teilweise in klassischen KPIs messen, aber qualitative Indikatoren wie Kommentarqualität, Dialogtiefe oder Community-Loyalität sind für uns essenzieller Bestandteil jeder Sourcing-Runde.
Meiner Meinung nach verändern sich Plattformen aktuell schneller als jemals zuvor. Neue Formate, Algorithmus-Anpassungen und sich wandelndes Nutzerverhalten führen dazu, dass Content heute deutlich formatgetriebener gedacht werden muss.
Kurzform-Video bleibt weiterhin dominant, aber wir sehen auch eine Rückkehr zu längeren Formaten. Das ist insbesondere auf YouTube oder in Podcast-Formaten zu beobachten, weil dort Vertrauen und Community stärker entstehen.
Eine große Herausforderung für Marken wird es sein, Plattformlogiken wirklich zu verstehen. Influencer Marketing funktioniert nicht, wenn Marken versuchen, klassische Werbelogik einfach auf Social Media zu übertragen.
Die größte Herausforderung für viele Marken besteht darin, Influencer Marketing nicht isoliert zu betrachten.
In vielen Unternehmen wird der Kanal noch immer getrennt von Media, PR oder Social Teams gesteuert. Dabei entfaltet Influencer Content meiner Meinung nach seinen größten Wert, wenn er kanalübergreifend genutzt wird.
Für Entscheider wird deshalb immer wichtiger zu verstehen, dass Influencer Marketing sowohl kurzfristige Performance liefern kann als auch langfristig Markenvertrauen aufbaut.
Die Rolle von Influencer Marketing im Marketing Mix lässt sich vor allem über zwei Faktoren erklären und zwar über Effizienz in der Content-Produktion und Glaubwürdigkeit im Vergleich zu klassischer Werbung.
Wir sehen aktuell zwei parallel laufende Entwicklungen. Auf der einen Seite wünschen sich viele Marken langfristige Partnerschaften mit Creatorn, um Glaubwürdigkeit aufzubauen. Auf der anderen Seite wird Performance immer wichtiger. Wenn ein Creator keine Ergebnisse liefert, wird eine langfristige Zusammenarbeit wirtschaftlich schwer zu rechtfertigen sein. Langfristige Partnerschaften funktionieren deshalb vor allem dann gut, wenn sie sowohl Markenfit als auch messbare Ergebnisse liefern.
Vergütungsmodelle entwickeln sich ebenfalls weiter. Neben klassischen Pauschalen spielen zunehmend Performance-Elemente, Content-Lizenzen oder Whitelisting-Rechte eine Rolle.
In den nächsten 18 Monaten sehe ich zwei große Chancen.
Eine der größten Herausforderungen wird gleichzeitig die zunehmende Fragmentierung der Plattformen und Zielgruppen sein. Marken müssen lernen, Influencer Marketing strategischer und langfristiger zu denken.
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