Aug 2022 / Blog / Influencer Marketing Strategie

So können Marken das Amazon Influencer-Programm für sich nutzen

Alle sozialen Netzwerke arbeiten an der Verbesserung ihrer E-Commerce Angebote, darunter Shoppable Tools und der Verkauf von Produkten via Livestreaming. Besonders zum jährlichen Prime Day wollte Amazon seine Verkäufe steigern vor allem mit hilfe des unternehmenseigenen Amazon Influencer-Programm (AIP). Doch was ist das AIP und wie können Marketer es für Ihre Werbestrategie nutzen? Erfahren Sie wertvolle Insights zum Programm hier auf dem Kolsquare Blog.

Die Corona-Pandemie hat bestehende Trends der Influencer-Marketing Branche intensiviert und die Veränderungen des Marktes beschleunigt. So prognostiziert die Website Insider Intelligence eine Zunahme an ungefilterten und nicht gescripteten Inhalten. Mit anderen Worten, Alltag-Influencer und Live-Streams gewinnen an Popularität. Während alle sozialen Netzwerke Video Content pushen, hat auch Amazon das Potential von Live-Content erkannt und forciert sein Amazon Influencer-Programm.

Content Creator Carla Stevenné, Gesicht des Beauty Accounts “BEAUTYBYCARLA”, erklärt auf dem Amazon Ads Blog was Amazon-Live für sie bedeutet: “Es ist wie ein FaceTime-Anruf mit der Familie oder mit Freunden. [Influencer*innen] wollen also sicher gehen, dass Sie wirklich Sie selbst sind.” Sie betont außerdem authentisch und konsequent zu sein, doch dazu später mehr. 

Was ist das Amazon Influencer-Programm

Als Erweiterung des Amazon Partnerprogramms, fördert das Amazon Influencer-Programm das Teilen produktbezogener Inhalte durch Influencer*innen, die durch eine starke Kundenbindung diese zum Kauf, meist in den Live-Streams vorgestellten Produkte, inspirieren. 

Das Amazon Influencer-Programm kam 2017 auf den Markt, soll in 2022 jedoch mehr als je zuvor den Wünschen der Influencer*innen angepasst werden, so Director of Creator Growth für Amazon Meredith Silver. Wie Silver auch betont, bietet Amazon verschiedene Möglichkeiten wie Influencer*innen und Marken gleichermaßen Provisionen verdienen können. Beachten Sie jedoch, dass Amazon für Marken das Partnerprogramm empfiehlt.

Lesen Sie mehr zu Affiliate-Marketing und was Sie dabei beachten müssen auf dem Kolsquare Blog. 

Im Amazon Influencer-Programm wird jeder “qualifizierte” Einkauf über Partner*innen-Links vergütet. Dabei variieren die Tarife stark in den verschiedenen Bereichen wie Beauty, Automotive oder PC.

Das Amazon Influencer-Programm ist dabei ähnlich wie das Amazon Affiliate Programm, nur ist es nicht öffentlich. Kurz gesagt: Amazon akzeptiert Bewerbungen aller Art von Influencer*innen solange diese ein YouTube-, Instagram- oder Facebook-Konto haben. Prüfkriterien für eine Aufnahme sind “verschiedene Bindungsmetriken”, neben der Anzahl der Follower. 

Kreativschaffende können, sofern sie von Amazon als ihre Influencer*innen zugelassen werden, eine eigene Storefront aufbauen und mit individuellen URLs Geld verdienen. Die Zahl der Follower*innen und die Einnahmen können sich auch dadurch erhöhen, wenn das Unternehmen die Storefronts regulären Amazon-Kund*innen anzeigt.

Influencer*innen, die jetzt mit dem Gedanken spielen, sich für das Amazon Programm zu bewerben, können das ganz einfach über diesen Link tun. Außerdem hilfreich ist der Amazon Educational Hub, der Creator*innen jeglicher Art Tips für ihr erstes und nächstes Amazon Live-Video gibt. 

So arbeiten Marken mit Amazon Influencern zusammen

Wenn Sie über eine Zusammenarbeit mit Amazon Influencer*innen nachdenken gelten zunächst dieselben Regeln wie für jede Partnerschaft mit Influencer*innen. Authentizität ist das oberste Gebot. Schießen Sie sich daher nicht auf die Reichweite der Creator*innen ein, sondern finden Sie jemanden, dessen Inhalte, Stil und Werte zu Ihrer Marke passen. Amazon Live-Streamerin, Online-Moderatorin und Content Creatorin Trisha Hershberger empfiehlt Marken auf dem Amazon Ads Blog, sich genau über potenzielle Influencer*innen zu informieren und festzustellen, ob deren Inhalte und Ziele wirklich mit den Ihren übereinstimmen. 

Hershberger bemerkt: “Es ist schon vorgekommen, dass Unternehmen auf mich zugekommen sind und ich mich nach Dutzenden von E-Mails höflich entschuldigen musste, weil ich […] keine Zusammenarbeit [wollte].” Das ist sowohl für die Influencer*innen als auch für Sie als Marke unnütze Energie und vermutlich auch verschwendete Ressourcen. 

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Je authentischer, desto mehr Glaubwürdigkeit – das ist eine Faustregel, die Sie sich merken können und der eben auch Kreativschaffende und Livestreamers auf Amazon folgen. Wie Hershberger feststellt, sollten Sie genau für die Authentizität Ihrer Partner*innen diesen auch gewisse künstlerische oder gestalterische Freiräume lassen. Nur wenn Sie ein gegenseitiges Verständnis füreinander aufbauen gelingt die Zusammenarbeit auch langfristig, wenn das etwas ist, dass sie anstreben.

Außerdem gilt: Kommunikation ist der Schlüssel. Freiheit im kreativen Prozess kann nur zu einem erfolgreichen Endergebnis führen, wenn Erwartungen und Grenzen von Anfang klar kommuniziert werden. Live-Streams erfordern natürlich Vorbereitung und zusätzlich die Zeit in der die Influencer*innen wirklich online sind. Das bedeutet, dass sie meisten zu Uhrzeiten streamen, an denen viele Zuschauer*innen Zeit haben, folglich nach der Schule oder Arbeit und am Wochenend. Möglicherweise sind die Influencer*innen zu normalen Bürozeiten weniger und Sie ebenso wenig am Wochenende erreichbar. Demnach sollten Sie Kampagnen gut planen, damit Missverständnisse vermieden werden können. 

Gleichzeitig kann auch nicht alles geplant werden, denn Umstände können sich in dieser schnelllebigen Branche rapide ändern. Big Tech schläft nie und so müssen Influencer*innen und Marken anpassungsfähig sein. Gerade Marken können dabei extrem von der  Expertise der Kreativschaffenden profitieren und so für ihr Publikum relevant bleiben. “Wenn Marken mit Kreativen zusammenarbeiten, kann echte Magie entstehen,” so Hershberger.

Das hat Amazon mit Influencer für den Prime Day 2022 erreicht

Das Amazon Influencer-Programm war besonders im Gespräch zum diesjährigen Prime Day, dem “massiven” Shopping Event des Unternehmens. Bekannt wurde der Prime Day, der dieses Jahr auf den 12. und 13. Juli fiel, durch bemerkenswerte Rabatte für die unterschiedlichsten Produkte

Doch durch begrenzte Lagerbestände und die rekordhohe Inflation überdachten viele Verkäufer ihre Rabattstrategie. Die aktuell schwierige makroökonomische Lage mag wohl also auch zu dem Verlust von 3,8 Milliarden US-Dollar zum Ende des März-Quartals beigetragen haben. Daher war der Prime Day für Amazon im Juli besonders wichtig und das Unternehmen versuchte Angebote vor allem mit hilfe der Live-Streamers zu pushen. Diese Faktoren erklären wohl auch, warum Amazon Berichten nach einen zweiten Prime Day im Herbst plant, so berichtet zumindest Business Insider

Das könnte also eine gute Gelegenheit sein, auch für Ihre Marke über die Zusammenarbeit mit Amazon Influencer*innen nachzudenken. Gut zu wissen ist zudem, dass Sie ebensogut als Marke ganz einfach einen Live Stream starten können, die Vorteile einer Influencer*in-Partnerschaft haben wir Ihnen ja aber schon dargelegt. Beide Strategien sind sicherlich von Nutzen, doch Live Streamen ist momentan nur mit der iOS-App möglich.

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