Ein paar Kernpunkte und Zahlen, die das deutlich machen:
- Budgets steigen deutlich: 72 % der europäischen Marken planen, ihre Influencer-Marketing-Budgets 2026 zu erhöhen – gegenüber 54 % im Vorjahr. 47 % erwarten Budgetsteigerungen zwischen 10 % und 49 %, weitere 6 % rechnen sogar mit > 50 % Wachstum. Der Median der jährlichen Ausgaben liegt bei 175.000 €, 11 % investieren bereits > 1 Mio. € pro Jahr.
- Influencer Marketing rückt inhouse: 89 % der Marken managen ihre Influencer-Aktivitäten ganz oder teilweise intern. Agenturen bleiben wichtig, aber der strategische Kern wandert in die Unternehmen.
- Integration statt Silo: Influencer-Kampagnen laufen nicht mehr getrennt nebenher, sondern werden mit PR, Brand-Kampagnen und Paid Media verzahnt.
Für den Markt bedeutet das: Marken setzen weniger auf schnelle One-Shot-Postings und deutlich stärker auf strukturierte, planbare Zusammenarbeit mit klaren Zielen entlang des Funnels, von Awareness bis Conversion.
Influencer Marketing rückt damit näher an klassische Kernkanäle wie Paid Social oder PR heran: mit eigenen Budgets, Prozessen und klar definierten Verantwortlichkeiten.
Budgets: Wohin das Geld 2026 wirklich fließt
Die Studie zeigt sehr deutlich, wie sich die Schwerpunkte in den Budgets verschieben. Kurz gesagt: Affiliate verliert, UGC, Paid Media und Long-term Partnerships gewinnen.
Viele Marken planen, ihre Ausgaben in drei Bereichen zu erhöhen:
- User Generated Content (UGC) – also Content, den Creator:innen produzieren, den Marken aber auf ihren eigenen Kanälen und in Paid-Kampagnen weiterverwenden.
- Langfristige Kooperationen – statt nur auf einzelne Kampagnen zu setzen, investieren Marken stärker in Ambassadorships und Always-on-Setups.
- Paid Media Amplification – Creator-Content wird gezielt mit Media-Budget hinterlegt, um Reichweite und Performance zu skalieren.
Affiliate-Modelle und reine Gifting-Kampagnen verlieren im Gegenzug an Priorität. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass Influencer Marketing professioneller, kalkulierbarer und Performance-orientierter wird.
Die Daten zeigen dabei klare Verschiebungen: Laut Studie planen 72 % der Marken, ihre Influencer-Marketing-Budgets in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen – ein Plus gegenüber 54 % im Vorjahr.
Rund 47 % erwarten Budgetsteigerungen zwischen 10 % und 49 %, weitere 6 % rechnen sogar mit Zuwächsen von mehr als 50 %. Nur eine kleine Minderheit plant Kürzungen.
Beim Blick auf das aktuelle Niveau wird deutlich, dass Influencer Marketing längst kein Nebenkanal mehr ist: Der Median der jährlichen Ausgaben liegt bei 175.000 €, und 11 % der befragten Marken investieren bereits mehr als 1 Mio. € pro Jahr in Influencer Marketing.
Social Media: Instagram, TikTok & Co. – aber mit klarer Rollenverteilung
Heute musst Du Influencer Marketing plattformübergreifend denken. Die Kolsquare-Studie bestätigt, was Du vermutlich in deinen eigenen Feeds spürst:
- Instagram ist und bleibt der dominante Kanal: 89 % der Marken nutzen Instagram für Influencer-Kampagnen. Facebook kommt auf 72 %, TikTok auf 67 %, YouTube auf 63 % Nutzung durch Marken.
- TikTok hat sich demnach als zweite Säule etabliert und wächst weiter. Der Fokus liegt klar auf Short-form Video, Entertainment und viralen Momenten.
- YouTube spielt eine wichtige Rolle für tiefergehende Inhalte, Storytelling und Produkte, die erklärungsbedürftig sind.
- LinkedIn gewinnt im B2B-Influencer Marketing massiv an Bedeutung – etwa für Corporate Influencer und Expertenpositionierung, wie Kolsquare im Blog zu B2B-Influencer Marketing auf LinkedIn zeigt.
Statt Dich auf nur eine Plattform zu konzentrieren, solltest Du in Content-Formaten und Narrativen denken:
- Ein Produkt-Deep-Dive kann als ausführliches YouTube- oder LinkedIn-Video starten und in Snackable Clips für TikTok und Reels übersetzt werden.
- Eine Storyline rund um Werte und Purpose kann auf TikTok emotional erzählt, auf Instagram vertieft und auf LinkedIn rational eingeordnet werden.
Für Agenturen bedeutet das: Kampagnen sollten plattform-spezifische Stärken bewusst nutzen, statt ein identisches Asset stumpf überall auszuspielen.
Content Creators: Micro schlägt Mega
Ein klares Ergebnis der Studie: Micro-Influencer:innen sind in Europa der Standard, nicht die Ausnahme. Ein sehr hoher Anteil der Marken arbeitet mit ihnen, während Mega- und Celebrity-Profile deutlich seltener genutzt werden.
Die Gründe sind offensichtlich, werden aber oft unterschätzt:
- Micro-Creator:innen haben häufig eine starke Bindung an die Followers und damit höhere Engagement-Raten als große Profile.
- Ihre Communities sind nischiger und vertrauensvoller, was eine bessere Passung zu spezifischen Produkten ermöglicht.
- Budgets lassen sich über mehrere Micro-Creator:innen streuen, um Risiko und Abhängigkeiten zu reduzieren.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Marken mit weniger als 100 KOLs pro Jahr zusammenarbeiten – und trotzdem planen, diese Zahl weiter zu erhöhen. Das spricht für bewusste, kuratierte Zusammenarbeit statt wahlloser Massenaktivierung.
Die Studie zeigt außerdem, dass 60 % der Marken und 78 % aller Marketer:innen mit weniger als 100 KOLs pro Jahr zusammenarbeiten – also eher selektiv und fokussiert. Gleichzeitig gaben 72 % an, die Zahl der Kollaborationen im letzten Jahr bereits erhöht zu haben, 75 % planen ein weiteres Plus für 2026; 17 % rechnen mit einem besonders starken Wachstum von über 50 % in ihren Creator-Netzwerken.
Spannend ist auch der Blick auf die Influencer-Typen: 86 % der Marketer:innen arbeiten mit Micro-Influencer:innen, während Mega-Influencer:innen nur von einer klaren Minderheit und bei bestimmten Themen genutzt werden. 47 % arbeiten europaweit mit Nano-Influencer:innen; im UK sogar 60 %.
Das unterstreicht den Trend hin zu kleineren, aber engagierten Communities.
Kollaborations-Modelle: Von Sponsored Posts zu Co-Creation & Always-on
Ein besonders spannender Shift betrifft die Art, wie Marken mit Creator:innen zusammenarbeiten. Laut Studie ist Content Co-Creation inzwischen das Top-Format in Europa. Sponsored Posts bleiben wichtig, aber sie sind nur noch ein Teil des Puzzles.
Die wichtigsten Trends:
- Content Co-Creation: Marken und Creator:innen entwickeln gemeinsam Ideen und Inhalte, die sowohl zur Brand als auch zur Community passen.
- UGC in Paid Ads: Creator-Content wird systematisch für Paid-Kampagnen auf Meta, TikTok oder anderen Plattformen genutzt.
- Ambassador-Programme: Statt einer Kampagne pro Jahr werden Creator:innen als „Gesichter der Marke“ über Monate oder Jahre eingebunden.
- Gifting-Kampagnen verlieren an Attraktivität: Gerade im professionellen Umfeld haben reine Produktsendungen ohne faire Kompensation ausgedient.
Kolsquare betont in mehreren Blogartikeln, wie wichtig es ist, Briefings, kreative Freiheit und Brand Safety in Balance zu bringen. Marken, die Creator:innen nur als „Reichweitenverlängerung“ behandeln, bekommen austauschbaren Content. Wer dagegen Creator:innen als Partner:innen einbindet, erhält Inhalte, die sich natürlich in deren Feed einfügen – und deutlich besser performen.
Für dich heißt das konkret:
- Baue eine klare kreative Handschrift auf, statt dich an jedes Briefing sklavisch anzupassen. Marken buchen dich genau wegen dieser Handschrift.
- Sei offen für Formate jenseits des klassischen Posts: Serien, Formatreihen, Event-Begleitung, Behind-the-Scenes, Social Selling etc.
- Sprich das Thema Paid Amplification proaktiv an – inklusive Zusatzhonorar für Whitelisting und Nutzung deines Contents in Ads.
Influencer Marketing & Paid Media: Warum der Trend in Richtung Kombination geht
Die Zeiten, in denen organische Reichweite allein Influencer-Kampagnen getragen hat, sind vorbei. Paid Amplification entwickelt sich vom „Nice-to-have“ zu einem zentralen Bestandteil erfolgreicher Influencer-Strategien.
Warum?
- Algorithmen begrenzen organische Reichweite, gerade bei wiederkehrenden Brand-Kooperationen.
- Paid Media ermöglicht präzises Targeting, A/B-Tests und klare Performance-Messung.
- Besonders im Lower Funnel (Conversion, Leads, Sales) sind performante Ad-Setups entscheidend.
Die Kombination aus Creator-Content und Paid Media spielt mehrere Stärken aus:
- Creator:innen liefern authentischen, nativen Content, der in Feeds und For You Pages nicht wie klassische Werbung wirkt.
- Marken können diesen Content in Skalierung, Frequenz und Zielgruppensegmentierung über Paid-Kanäle steuern.
Für Creator:innen bedeutet das:
- Deine Rolle rückt näher an Performance-Marketing. Du produzierst Creatives, die im besten Fall nicht nur Likes, sondern auch Verkäufe und Leads liefern.
- Kurztests und iterative Optimierung werden wichtiger: Marken wollen wissen, welcher Hook, welches Format, welcher Call-to-Action funktioniert.
Für Agenturen heißt es:
- Du solltest Influencer- und Paid-Teams im Sinne besserer Ergebnisse enger verzahnen.
- Kampagnenplanung, Budget-Allokation und Reporting müssen kanalübergreifend gedacht werden.
Messbarkeit, ROI und Tech: Ohne Daten geht es nicht mehr
Ein Klassiker unter den Pain Points bleibt das Messen von ROI. Die Studie zeigt allerdings: Das Problem wird kleiner. Immer mehr Marken etablieren solide Measurement-Setups – unterstützt Durch Influencer Marketing-Plattformen wie Kolsquare.
Diese Tools helfen vor allem bei:
- Identifikation und Auswahl passender Creator:innen
- Audience-Analyse und Fake-Follower-Checks
- Kampagnen-Tracking und Reporting
- Benchmarking und Budget-Planung
Auf dem Kolsquare Blog findest Du etwa Leitfäden zur CPM-Berechnung im Influencer Marketing oder zur Bewertung des ROI, die genau erklären, wie sich Kampagnen effizient vergleichen lassen.
Für Creator:innen ist es wichtig, diesen Shift ernst zu nehmen:
- Tracke und dokumentiere deine wichtigsten Kennzahlen (Impressions, Engagement, Klicks, ggf. Conversions).
- Sei bereit, mit UTM-Links, Rabattcodes oder individuellen Landingpages zu arbeiten.
- Liefere nach Kampagnen strukturierte Reportings statt Screenshots im Anhang.
Agenturen wiederum sollten ihre Rolle als Übersetzer:innen zwischen Kreation und Zahlenwelt annehmen: kreative Konzepte entwickeln, aber auch klar zeigen, welchen Beitrag diese zur Geschäftsentwicklung leisten.
Ethics, Werte & Regulierung: Verantwortung und Glaubwürdigkeit werden zum Auswahlkriterium
Ein weiterer Trend, den die Studie und der Kolsquare Blog betonen: Influencer Marketing wird ethischer und regulierter.
Marken achten verstärkt auf:
- Kennzeichnungspflichten (#ad, #werbung, klare Transparenz gegenüber Communities)
- Corporate Values (Nachhaltigkeit, Diversity, gesellschaftliche Verantwortung)
- Brand Safety (kein Umfeld, das Rassismus, Sexismus, Hetze oder Desinformation unterstützt)
In einigen Märkten, etwa in Frankreich oder Spanien, legen Marketer:innen besonderen Wert darauf, dass Creator:innen klar gegen Mobbing und Diskriminierung Stellung beziehen und keine kontroversen oder sensiblen Produkte unreflektiert promoten.
Für Dich als Creator:in bedeutet das:
- Deine Wertehaltung ist Teil deiner „Brand“. Alte problematische Inhalte können Dich heute Kooperationen kosten.
- Es lohnt sich, klare Leitlinien für Kooperationen zu formulieren: Mit welchen Branchen arbeitest Du nicht? Welche Themen kommen für dich nicht infrage?
- Transparenz gegenüber deiner Community zahlt langfristig auf Vertrauen und Performance ein.
Agenturen sollten diese Aspekte offen mit Kund:innen und Creator:innen adressieren, statt sie „unter den Tisch fallen zu lassen“. In einer reiferen Branche sind Ethics kein Störfaktor, sondern ein Qualitätsmerkmal.
Fazit: Was Du jetzt konkret tun solltest
Influencer Marketing in Europa steht 2026 an einem spannenden Punkt: Budgets steigen, der Anspruch auch. Für dich ist das eine riesige Chance – wenn Du dich nicht nur als Content-Lieferant:in, sondern als strategische:r Partner:in verstehst.
Zum Abschluss fünf konkrete Schritte, mit denen Du direkt starten kannst:
- Positionierung schärfen: Definiere, wofür Du als Creator:in oder Agentur stehst, welche Nischen Du bespielst und welche Formate deine Stärke sind.
- Angebote professionalisieren: Entwickle klare Pakete für langfristige Kooperationen, inklusive Content-Produktion, UGC-Nutzung und – falls relevant – Paid Amplification.
- Daten & Reporting aufsetzen: Sorge dafür, dass Du deine wichtigsten KPIs jederzeit griffbereit hast und nach Kampagnen strukturierte Reportings liefern kannst.
- Plattform-Strategie überdenken: Prüfe, ob dein Plattform-Mix noch zu den aktuellen Entwicklungen passt – oder ob Du TikTok, YouTube oder LinkedIn stärker einbinden solltest.
- Ethik & Werte klären: Formuliere für dich Leitlinien, welche Kooperationen Du eingehst und welche nicht. Das macht dich für die richtigen Marken noch attraktiver.
Wenn Du diese Punkte angehst, bist Du nicht nur „irgendwo im Influencer-Game dabei“, sondern spielst aktiv in der Liga mit, in der 2026 die entscheidenden Deals gemacht werden.
Fragen & Antworten
Wie viele Influencer:innen gibt es weltweit?
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 2,4 % aller Social‑Media‑Nutzer:innen als Influencer:innen eingestuft werden können. Bei rund 5,17 Milliarden Social‑Media‑User:innen ergibt das grob geschätzt rund 120–130 Millionen Influencer:innen weltweit. Wichtig dabei: Es gibt keine einheitliche Definition, ab wann jemand „Influencer“ ist (z. B. ab 1.000 Followers? Nur mit Kooperationen? Nur bestimmte Plattformen?). Daher schwanken die Schätzungen natürlich.
Wie viele Influencer:innen gibt es in Deutschland?
Eine exakte Zahl gibt es nicht, aber man kann sie ganz gut grob abschätzen. In Deutschland gibt es aktuell etwa 50 Millionen Social‑Media‑Nutzer:innen. Geht man davon aus, dass im Schnitt 2,4 % der User:innen als Content Creators tätig sind, ergibt das eine Zahl von rund einer bis 1,5 Millionen Influencer:innen in Deutschland.
Gibt es Influencer Marketing auch für B2B?
Absolut! Und Influencer Marketing wird in diesem Bereich sogar immer wichtiger. Wenn Du näheres dazu wissen willst, empfehlen wir Dir unseren Blogbeitrag zu Influencer-Marketing-Kampagnen in B2B.
Hat Influencer Marketing wirklich Einfluss auf das Kaufverhalten?
Ja, Influencer Marketing auf den Social-Media-Plattformen. hat messbaren Einfluss auf das Kaufverhalten. Zwischen 40 % und 60 % der Menschen geben in einer internationalen Befragung an, schon einmal ein Produkt gekauft zu haben, nachdem sie es auf Social Media gesehen hatten. Rund 20 % der Konsument:innen kaufen gezielt Produkte, die von Influencer:innen oder Celebrities beworben wurden – also wirklich „wegen des Influencers“. Jüngere Zielgruppen (Generation Z, Millennials) lassen sich deutlich stärker beeinflussen als ältere Generationen; sie folgen Influencer:innen häufiger und kaufen über Social Media überproportional viel.